So gewöhnen Sie sich an Ihre neue Brille

Eine neue Brille mit Sehstärke ist etwas Schönes — dass sie sich in den ersten Tagen ungewohnt anfühlt, ist dabei völlig normal. Wenn Sie verstehen, woher das Unbehagen kommt, können Sie besser einschätzen, ob Sie einfach Zeit zur Gewöhnung brauchen oder ob Ihre Brille fachmännisch nachjustiert werden sollte.

Person mit Augenbelastung beim Tragen einer Brille am Schreibtisch

Foto: Tima Miroshnichenko / Pexels

Teil 1: Schwindel und allgemeines Unbehagen

Wenn Ihnen mit der neuen Brille schwindelig oder übel wird oder Sie Kopfschmerzen bekommen: kein Grund zur Sorge. Meist handelt es sich um eine vorübergehende Eingewöhnungsphase. Das sind die häufigsten Ursachen:

1. Deutlich veränderte Fassungsgröße

Der Wechsel zwischen sehr unterschiedlichen Fassungsgrößen — etwa von einer großen Oversize-Fassung zu einer kompakten kleinen Fassung oder umgekehrt — kann spürbares visuelles Unbehagen auslösen. Veränderte Glaskrümmung, verschobene optische Mitte und ein anderes Sichtfeld zwingen Ihr Gehirn dazu, die Verarbeitung visueller Reize neu zu kalibrieren. Dafür braucht es in der Regel 3 bis 7 Tage durchgehenden Tragens, bis die Umstellung vollständig abgeschlossen ist.

2. Geänderte Rezeptwerte

Schon eine kleine Änderung der Werte kann sich für empfindliche Augen deutlich anfühlen. Weichen Sphäre, Zylinder oder Achse Ihrer neuen Gläser von der vorherigen Brille ab, braucht Ihr Sehsystem Zeit. Je größer die Änderung, desto länger die Eingewöhnung. Die meisten Menschen gewöhnen sich innerhalb von 1 bis 2 Wochen, bei einer geänderten Astigmatismus-Korrektur kann es etwas länger dauern.

3. Umstieg von Kontaktlinsen auf Brille

Kontaktlinsen sitzen direkt auf der Hornhaut, eine Brille dagegen etwa 12 mm vom Auge entfernt. Dieser Unterschied im Hornhautscheitelabstand bedeutet, dass die tatsächliche Wirkung der Gläser eine andere ist, selbst wenn die Werte ähnlich aussehen. Hinzu kommt: Kontaktlinsen bewegen sich mit dem Auge mit, die Brille bleibt starr — das ergibt ein anderes Seherlebnis. Wenn Sie lange Kontaktlinsen getragen haben, rechnen Sie mit einer Eingewöhnung von 1 bis 2 Wochen beim Wechsel zur Brille.

Person, die ihre Brille zurechtrückt

Foto: Karola G / Pexels

4. Falsche Trageposition

Korrektionsgläser — insbesondere asphärische Designs — werden nach Ihren individuellen Maßen gefertigt. Die optische Mitte jedes Glases wird exakt auf Ihre Pupillen ausgerichtet. Wenn Ihre Brille auf der Nase nach unten rutscht oder Sie sie zu weit nach oben schieben, verschiebt sich Ihre Blickachse weg von der optischen Mitte — das Bild wird unscharf oder verzerrt.

Schnelle Abhilfe: Achten Sie darauf, dass die Brille bequem auf dem Nasenrücken sitzt und nicht rutscht. Beim Geradeausblick sollte die Mitte jedes Glases mit Ihren Pupillen fluchten. Rutscht sie weiterhin, müssen möglicherweise Nasenpads oder Bügel nachjustiert werden.

5. Falsche Neigung der Fassung (pantoskopischer Winkel)

Jede Brille hat eine natürliche Vorneigung, den sogenannten pantoskopischen Winkel, üblicherweise zwischen 8° und 12°. Ist dieser Winkel zu steil oder zu flach, verändert sich die tatsächliche Wirkung der Gläser — Ihre Augen erhalten also eine andere Korrektion als vorgesehen. Das kann leichten Schwindel auslösen oder das Gefühl, dass etwas „nicht stimmt“. Ein Optiker kann die Neigung problemlos korrekt einstellen.

Teil 2: Blendung und Lichtempfindlichkeit

Blendung — Halos, Lichtschlieren oder übermäßige Helligkeit — ist eine weitere häufige Klage bei neuen Brillen. Wichtig ist, zwischen normaler Umgebungsblendung und durch die Brille verursachter Blendung zu unterscheiden.

Lichtreflexe und Blendung auf Brillengläsern

Foto: Leandro Verolli / Pexels

Allgemeine Blendung (nicht brillenbedingt)

Blendung durch Umgebungsfaktoren kann jeden treffen, ob mit oder ohne Brille:

  • Unbehagliche Blendung: Ausgelöst durch helle Lichtquellen, bei denen die Augen brennen oder tränen — etwa wenn Sie an einem sonnigen Tag ohne Sonnenbrille nach draußen treten. Das Sehen bleibt klar, angenehm ist es aber nicht.
  • Blendung mit Sehbeeinträchtigung: Tritt auf, wenn intensives Licht die Netzhaut regelrecht „überstrahlt“ und das klare Sehen vorübergehend einschränkt — etwa entgegenkommende Scheinwerfer bei Nachtfahrten oder Sonnenlicht auf Schnee.
  • Reflexionsblendung: Licht, das von glatten Flächen wie Glasfassaden, Wasser oder Motorhauben zurückgeworfen wird, erzeugt helle Flecken, die Kontrast und Sehschärfe mindern.

Brillenbedingte Blendung

Wenn die Blendung gerade seit der neuen Brille zugenommen hat, können diese Faktoren dahinterstecken:

Ursache Was passiert Lösung
Geänderte Fassungs-/Glasgröße Größere oder randlose Fassungen lassen mehr seitliches Licht herein und verstärken die Randblendung 1–2 Wochen zur Gewöhnung einplanen; bei hohen Werten kleinere Fassungen erwägen
Geänderte Werte oder Astigmatismus Geänderte Zylinder- oder Achswerte verändern die Lichtbündelung und erzeugen vorübergehend Halos Die Gewöhnung dauert normalerweise 1–2 Wochen
Zu stark abgeschliffene hochbrechende Gläser Zu starkes Abschleifen der Ränder bei hohen Werten erzeugt am Rand einen „Prismeneffekt“ Bei hohen Werten kleinere Fassungen wählen und übermäßiges Abschleifen vermeiden
Mangelhafte Glasbeschichtung Minderwertige Entspiegelungen mindern Oberflächenreflexe nur unzureichend Auf hochwertige mehrfachvergütete Gläser umsteigen
Verzogene Fassung oder falsche Pupillendistanz Schiefe Fassungen oder eine ungenaue Pupillendistanz führen zu einer fehlerhaften Lichtbündelung Die Brille fachmännisch anpassen lassen

Wann abwarten, wann Hilfe suchen

Die meisten Beschwerden mit einer neuen Brille verschwinden innerhalb von 1 bis 2 Wochen regelmäßigen täglichen Tragens. Eine kurze Orientierung:

  • Normal (abwarten): Leichter Schwindel, geringe Randverzerrung, leichte Kopfschmerzen, die täglich nachlassen, dezente Blendung
  • Sollte geprüft werden: Anhaltende Kopfschmerzen nach 2 Wochen, Doppelbilder, deutliche Unschärfe in der Glasmitte, sich verschlechternde Beschwerden
  • Ärztlich abklären: Blendung oder Halos auch ohne Brille können auf trockene Augen, grauen Star oder andere Augenerkrankungen hinweisen, die ärztlich abgeklärt werden sollten

Tipps für eine schnellere Eingewöhnung

  1. Tragen Sie die neue Brille durchgehend — ständiges Hin- und Herwechseln zwischen alter und neuer Brille verlängert die Eingewöhnung
  2. Beginnen Sie mit ruhigen Tätigkeiten — lesen oder am Rechner arbeiten, bevor Sie laufen oder Auto fahren, hilft dem Gehirn, sich schrittweise anzupassen
  3. Prüfen Sie den Sitz regelmäßig — achten Sie darauf, dass die Fassung gerade sitzt, die Gläser mit den Pupillen fluchten und die Nasenpads ein Verrutschen verhindern
  4. Halten Sie Ihre Rezeptwerte bereit — halten die Beschwerden über 2 Wochen an, vergleichen Sie die neuen Werte mit den vorherigen, um größere Abweichungen zu erkennen
  5. Für Autofahrten und Outdoor-Aktivitäten — erwägen Sie polarisierte oder entspiegelte Gläser, die Streulicht filtern und Umgebungsblendung mindern

Bei Lensdy sind alle Gläser mit einer hochwertigen Mehrschichtvergütung versehen — inklusive Entspiegelung, UV400-Schutz und Kratzfestigkeit —, was Blendung von Anfang an reduziert. Wenn die Probleme mit Ihrer neuen Brille anhalten, zögern Sie nicht, unser Support-Team zu kontaktieren — wir helfen gern weiter.